
Zwei Geschichten, die zusammengehören: ein Schiff mit über 50 Jahren auf dem Buckel und ein See, der aus einem Tagebau entstand. Lernt das Naturparadies Berzdorfer See von seiner schönsten Seite kennen.
Einer der größten Seen Sachsens — und einer der jüngsten. Erst 2013 war er vollständig geflutet.
Wo heute Segelboote kreuzen, wurde fast 150 Jahre lang Braunkohle gefördert. Die Verwandlung ist eine der eindrucksvollsten der Lausitz.
Beginn des Braunkohleabbaus südlich von Görlitz — zunächst in kleinen Tiefbauschächten unter Tage.
Umstellung auf Tagebau. Die Grube wächst über die Jahrzehnte zum Großtagebau mit bis zu 7 Mio. Tonnen Förderung pro Jahr.
Nach dem Krieg läuft der Abbau im Dreischichtbetrieb auf Hochtouren. Ganze Dörfer — Berzdorf, Neuberzdorf und Deutsch Ossig — müssen weichen, Hunderte Menschen werden umgesiedelt.
Nach über 150 Jahren endet die Kohleförderung. Mit der Stilllegung beginnt die Idee vom See.
Das Restloch wird geflutet — erst mit Wasser aus der Pließnitz, ab 2004 aus der Neiße. 2013 ist das Flutungsziel erreicht: der Berzdorfer See ist geboren.
Die EMS Berzdorf nimmt den Linienbetrieb auf — als erstes und einziges Elektro-Fahrgastschiff Sachsens.
Unser Schiff ist älter, als viele denken — und hat schon eine ganze Republik durchquert, bevor es in Görlitz seinen Heimathafen fand.

Gebaut 1969, fuhr unser Schiff über fünf Jahrzehnte als „MS Hennesee“ auf dem Hennesee im Sauerland, nahe Meschede — bis 2022. Dann holte es die traditionsreiche Lux-Werft in Mondorf bei Bonn aus dem Ruhestand, machte es von Grund auf wieder flott und rüstete es auf 100 % Elektroantrieb um. „Das Schiff gleicht einem Neubau“, sagt Eigentümer Stefan Menzel.
Doch wie kommt ein 32-Meter-Schiff vom Rhein bis an einen See in der Oberlausitz, der mit keinem Fluss verbunden ist? Die Antwort: erst über Wasser, dann auf Achse. Eine Reise von über 700 Kilometern quer durch Deutschland.
In Magdeburg endete der Wasserweg — von dort ging es als spektakulärer Schwerlasttransport über Land Richtung Cottbus, bei Bad Muskau im Schritttempo durch enge Ortsdurchfahrten. Am 19. August 2023 legte die EMS Berzdorf zur Jungfernfahrt ab.
Eine Besonderheit der Bauart: Das Schiff legt direkt mit dem Bug am Ufer an. Gäste steigen bequem über eine Rampe ein und aus — auch dort, wo es keinen Steg gibt.
Der Elektroantrieb macht keinen Lärm und keinen Geruch. Man hört das Wasser, die Vögel — und nicht den Motor.
Die 900-kWh-Batterie reicht für rund drei Fahrtage. Geladen wird CO₂-frei direkt am Hafen Hagenwerder.
960 Hektar Wasser, ein 17-km-Rundweg und jede Menge zu entdecken. Hier seht ihr, was wo am Berzdorfer See liegt.
Unser Heimathafen mit Strandpromenade, Hafencafé und kostenlosen Parkplätzen — Start jeder Schiffsrundfahrt.
Großer Sandstrand direkt vor den Toren von Görlitz, mit Blick auf die Landeskrone.
Aussichtssteg im Norden mit weitem Rundblick über die ganze Wasserfläche.
Aussichtsturm und Bodenprofil-Lehrpfad — hier wird die Bergbau-Geschichte sichtbar.
Der schönste Badestrand mit Karibik-Feeling — dazu Kletterpark, Minigolf und Campingplatz am Südufer.
Historisches Wasserschloss mit Wurzeln im 13. Jahrhundert, idyllisch am Südostufer.
Begehbares Bergbau-Denkmal in Hagenwerder — ein Gigant aus der Tagebau-Ära zum Anfassen.

Schon 1306 erstmals urkundlich erwähnt, wurde das Herrenhaus einst auf Eichenpfählen ins sumpfige Ufergelände gebaut und von Wassergräben umgeben. Nach einem Brand 1683 entstand 1686/87 das heutige Barockschloss.
Heute ist das romantische Schloss ein beliebtes Fotomotiv direkt am See — das benachbarte Rittergut lädt als Restaurant „Gut am See“ zur Einkehr ein, nur einen kurzen Spaziergang vom Südufer entfernt.
Weil die EMS Berzdorf flüsterleise fährt, bleibt die Natur ungestört — und zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Große Teile des Ufers stehen unter Naturschutz.
Mit etwas Glück kreist Deutschlands größter Greifvogel über dem Südufer — vom Wasser aus habt ihr den besten Blick auf seine majestätischen Runden.
Reiherenten, Blässhühner, Grau- und Silberreiher: Die ruhigen Uferzonen sind ein wichtiges Brut- und Rückzugsgebiet für zahlreiche Wasservögel.
Im glasklaren Wasser tummeln sich kapitale Raubfische — beliebt bei Anglern, die mit Erlaubnisschein vom Ufer ihr Glück versuchen.
Rund um den See entstehen ausgedehnte Schilfgürtel und Flachwasserzonen — Kinderstube für Fische, Libellen und Amphibien.
Aus den ehemaligen Tagebau-Kippen wird Stück für Stück eine vielfältige Landschaft mit Trockenrasen, Hecken und jungem Wald.
Fernab großer Städte ist es hier abends erstaunlich dunkel und still — ideal, um einfach mal durchzuatmen.
Die Schifffahrt ist der schönste Auftakt — drumherum wartet ein ganzer Tag voller Möglichkeiten, für jedes Alter und jedes Wetter.
Nordstrand, Hafenstrand Hagenwerder, Blaue Lagune & Tauchritz — feiner Sand, glasklares Wasser.
Asphaltiert, eben — für Rad, Skates, Kinderwagen oder die große Wanderung. Räder dürfen mit an Bord.
Seit 2007 offizielles Segelrevier. Verleih & Zugang über Tauchritz und die Blaue Lagune.
Seilrutschen, Hängebrücken und Tarzansprünge über mehrere Parcours an der Blauen Lagune.
Große Minigolf-Anlage direkt an der Blauen Lagune — Spaß für die ganze Familie.
Historisches Schloss mit Geschichte bis ins 13. Jahrhundert, idyllisch am Südostufer.
Begehbares Bergbau-Denkmal — bei jedem Wetter ein Erlebnis, gerade für Technik-Fans.
Neuberzdorfer Höhe, Jauernicker Berg und der 420 m hohe Görlitzer Hausberg bieten Rundblicke.
Hecht, Zander & Barsch im klaren Wasser — mit gültigem Erlaubnisschein vom Ufer.
Stell- und Zeltplätze am Ferienpark Blaue Lagune — Aufwachen mit Seeblick.
Tipp: Kombiniert eure Schiffsrundfahrt mit einem Strandtag oder einer Radtour — der Hafen Hagenwerder ist der ideale Ausgangspunkt.
Auf jeder Linienfahrt zeigen wir euch die schönsten Ecken des Sees.
Eine Stunde und 15 Minuten flüsterleise rundum — durch ein Stück Lausitzer Geschichte.
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